Rückblick –„… gehen wir, gestärkt im Selbstbewusstsein und im Teamzusammenhalt sowie nicht zuletzt bereichert an Erfahrung, in alle bevorstehenden Herausforderungen und sind gespannt, was die Saison 2020/2021 für uns bereithält!“ – bei diesem Satz hatte wohl niemand daran gedacht, dass die erste riesige Herausforderung der neuen Saison in Form einer Virus-Pandemie lauert. Zugegeben, als Tanzsportabteilung mit saisonaler Ausrichtung auf die Faschingszeit haben wir ziemlich Schwein gehabt. Zeitlich hätte uns die Pandemie schließlich weitaus schlimmer treffen können, wäre sie nur einige Wochen eher in Europa angekommen – hätte sie uns doch dann um den Höhepunkt der Saison, das Faschingswochenende, gebracht.

Nun hat das Virus zuerst einmal die geplante Trainingspause zwischen alter und neuer Saison von zwei auf vier Wochen ausgedehnt – aber dann! So leicht lassen wir uns nicht unterkriegen! Nachdem uns klar wurde, dass es mit diesen zwei Wochen Verschiebung nicht getan sein würde, mussten wir uns was überlegen. Eine Trainingspause bis in den Mai hinein oder gar noch länger wäre schließlich undenkbar, da sie uns in der sportlichen Entwicklung meilenweit zurückwerfen würde.

Nachdem unsere Kids also zuerst einmal ein ausgeklügeltes Trainingsprogramm mit Übungen für zuhause zugeschickt bekommen haben, sind wir zu Foto-Challenges übergegangen – das ist schließlich ein super Ansporn, um sich trotz fehlender Gruppentrainings fit zu halten. Zweimal pro Woche bekommen wir Trainer jetzt Bilder von unseren Schützlingen. Und das Großartige ist: Wir dürfen nicht nur unsere Tänzerinnen und Tänzer bei dem bewundern, was sie schon vorher konnten – viel besser: Wir dürfen staunend feststellen, was für tolle Trainingsfortschritte unsere Schützlinge sogar alleine schaffen, wenn sie zuhause das fehlende Hallentraining kompensieren.

Damit aber noch nicht genug: wir Trainer bemerken es ja nicht zuletzt an uns selbst, dass uns die Motivation zum Fitnesstraining in dieser außergewöhnlichen Situation vielleicht schon ein bisschen schwerer fällt als bei den regelmäßigen Gruppentrainings in der Halle. Schließlich gibt es einen Grund, warum wir alle mit Leidenschaft eine Teamsportart ausüben und nicht einsam auf einen Halbmarathon trainieren. Und vermissen tun wir unser Team in diesen Zeiten ja sowieso. Deshalb wurde uns irgendwann klar: es muss eine Trainingskompensation im Gruppenmodus her! Nach einigen technischen Tests können wir stolz und glücklich verkünden: ja, Training per Videokonferenz ist möglich! Man nehme eine passable Glasfaserleitung nebst Videochat-Plattform, ein digitales Endgerät seiner Wahl und wenigstens 2-4 Quadratmeter Platz zum Zappeln und los kann’s gehen (ein Glück hat uns diese Pandemie im 21. Jahrhundert getroffen und nicht 20 Jahre eher…).

Am Gründonnerstag startete die Ü 15 erfolgreich ihre erste Trainingsschalte verteilt über die Wohnzimmer, Schlafzimmer und Terrassen des Teams. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist das freilich, aber muss eben das Beste aus der Situation machen. Und ein bisschen cool ist es schon, sich wie ein Agent im Headquarter zu fühlen, wenn man die Mannschaft in Kachelansicht auf dem Flatscreen sieht 😉

Für die kommende Zeit planen wir in unserer regelmäßigen Routine zweimal wöchentlich Video-Training mit Ü15 und Junioren zu machen. Unsere jüngeren Gruppen sowie die Boys bekommen außerdem regelmäßige kleine Videosequenzen per WhatsApp zugesendet, wenngleich wir natürlich alle den Tag herbeisehnen, an dem wir wieder in der Turnhalle miteinander schwitzen dürfen… Bis dahin: Staytuned – united!

Bericht Cathrin Müller